Beschluß

Christian Beyer verliest vor Kaiser Karl V. die „Confessio Augustana“

Confessio Augustana
Das Augsburgische Bekenntnis (1530)


Lateinischer Text: Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche
(1930), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 50-137
Deutscher Text nach BSLK


Dies sind die vornehmsten Artikel, die für streitig geachtet werden. Denn wiewohl man viel mehr Mißbräuche und Unrichtigkeit hätte anführen können, so haben wir doch, um die Weitläufigkeit und Länge zu vermeiden, allein die vornehmsten vermeldet, daraus die anderen leicht zu ermessen sind. Denn man hat vorzeiten sehr geklagt über den Ablaß, über Wallfahrten, über Mißbrauch des Banns. Es hatten auch die Pfarrer unendliche Gezänke mit den Mönchen von wegen des Beichthörens, des Begräbnisses, der Beipredigten und unzähliger anderer Stücke mehr. Solches alles haben wir im Besten und um Glimpfes willen übergangen, damit man die vornehmbsten Stücke in dieser Sache desto leichter vermerken möchte.

Es soll auch nicht so angesehen werden, daß es zum Haß oder zu jemandes Verunglimpfung geredet oder angeführt sei, sondern wir haben allein die Stücke erzählt, die wir für nötig geachtet haben anzuführen und zu vermelden, damit man daraus desto leichter zu vernehmen habe, daß bei uns nichts, weder mit Lehre noch mit Zeremonien, angenommen ist, das entweder der heiligen Schrift oder der allgemeinen christlichen Kirche entgegen wäre. Denn es ist je am Tage und offensichtlich, daß wir mit allem Fleiß, mit Gottes Hilf (ohne Ruhm zu reden) verhütet haben, daß keine neue und gottlose Lehre sich in unseren Kirchen einflöchte, einreihe und überhand nähme. Die oben angeführten Artikel haben wir dem Ausschreiben nach übergeben wollen zu einer Anzeigung unseres Bekenntnisses und der Unseren Lehre. Und ob jemand befinden würde, daran Mangel zu haben, dem ist man ferneren Bericht mit Grund göttlicher heiliger Schrift zu tun erbietig.

Eurer Kaiserlichen Majestät untertänigste und gehorsame

Johanns, Herzog zu Sachsen, Kurfürst
Georg, Markgraf zu Brandenburg
Ernst, Herzog zu Lüneburg
Philipp, Landgraf zu Hessen
Hanns Friedrich, Herzog zu Sachsen
Franz, Herzog zu Lüneburg
Wolf, Fürst zu Anhalt
Bürgermeister und Räte zu Nürnberg
Bürgermeister und Räte zu Reutlingen



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